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13. September 2016 Ein FSJ´ler blickt zurück

Mit Erkenntnis und Humor - Erzählungen aus meinem Freiwilligen Sozialen Jahr 2016 Wo fängt man an, wenn man das Gefühl hat, dass es nie einen Anfang gab, sondern man immer schon dabei war?

DRK

Erzähle ich Dir gleich von den verrücktesten und spannendsten Einsätzen? Oder fange ich bei dem obligatorischen “Erster-Tag-Kuchen” an…? So begann nämlich mein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Heilbronn und somit war mein Image schon mal gerettet. Nein, aber mal im ernst: Aller Anfang ist schwer, aber Kuchen punktet immer bei den neuen Kollegen! Es ist ein bunter Haufen und ich fühlte mich gleich wohl. Zu aller erst erfolgte ein Praktikumstag, sozusagen eine Bestandsprüfung. Darauf folgend verbrachte ich vier

 Wochen im kleinsten Kaff im Schwarzwald, um meine Qualifikation als Rettungshelfer zu absolvieren: Pfalzgrafenweiler. Der Name schreibt Geschichte. Doch als ich meinen ersten Dienst auf dem Fahrzeug verbrachte wurde mir eins klar: Lehrbuchfälle gibt es wirklich nur im Lehrbuch. Was einen da draußen erwartet ist die

 pure Realität und die kann lustig, traurig, spannend, langweilig, ironisch, rührend sein oder auch einfach nur stinken. Aber eins ist sicher: Sie ist real. So wurde mir bewusst, dass wir Menschen eigentlich nie mit solchen Dingen konfrontiert werden, wenn wir

 nicht gerade im sozialen Bereich arbeiten. Krankheit, Leid und Tod. Das sind Dinge, die wir so schnell wie möglich verdrängen, denn unsere subjektive Realität setzt sich aus dem Zusammen woran wir denken. Also verschwenden wir keine Gedanken

 daran. Doch wie kann man an solch einer Arbeit Spaß haben, wenn man immer mit solchen Dingen konfrontiert wird? Das ist das, was mich Familie und Freunde immer fragen.

 Die Antwort ist so kompliziert wie sie einfach ist: Die Natur des Lebens zu akzeptieren. Mit dieser Einsicht und viel Humor (Ja, diesen braucht man) habe ich den Job gefunden, der mein Leben verändert hat und den ich nun immer machen möchte.

 Wenn die Sonne langsam aufgeht und es Zeit wird in seine Dienstkleidung zu schlüpfen, verschwendet man keinen negativen Gedanken über den Tag. Denn sicher ist, dass nichts sicher ist. Also stürzt man sich ins Geschehen und wartet ab, was einem

 die Leitstelle für Aufträge zuteilt. Diese unterscheiden sich alle voneinander, denn jeder Mensch ist ein neues Abenteuer. Also ist Spontanität angesagt. Das hat dazu beigetragen, dass ich lernte das Leben viel lockerer und entspannter zu nehmen. Denn

 der jetzige Moment, ist alles, woran wir etwas bewirken können. In dieser kurzen Zeit habe ich die Möglichkeit gekriegt, mich persönlich weiterzuentwickeln und zudem medizinische Kenntnis zu erlangen. Wie legt man einen Zugang? Wie bereite ich eine Infusion vor? Wie ziehe ich Medikamente auf und was ist eigentlich Jackson-Milch?

 Ein Einblick in eine komplett neue Sparte des Lebens hat sich mir geöffnet und deshalb empfehle ich jedem, einmal diese Erfahrung zu machen! Ich verspreche Dir, Du wirst es nicht bereuen.

 

 

13. September 2016 10:32 Uhr. Alter: 192 Tage