· Pressemitteilung

DRK Heilbronn seit Wochen im Einsatz

21 Helfer*innen des DRK Heilbronn zusammen mit unzähligen DRK Kamerad*innen aus dem gesamten Bundesgebiet seit mehreren Wochen in Bad Neunahr-Ahrweiler im Einsatz

Grafschaft/Bad Neuenahr-Ahrweiler: Mitten in der Nacht beginnen die Helfer und Helferinnen mit den Vorbereitungen für das Mittagessen im Katastrophengebiet an der Ahr. Es gibt wechselweise Erbsen-, Bohnen- oder Gulaschsuppe, Chili, Geschnetzeltes, Frikadellen, Klopse oder Würstchen mit Kartoffeln und Gemüse sowie verschiedenste vegetarische Hauptgerichte. 

Zwischen 9.000 und 13.000 Portionen werden in 15 Zelt-Küchen auf einem riesigen HARIBO-Parkplatz in der Gemeinde Grafschaft - direkt neben dem HARIBO Werk - in Rheinland-Pfalz vorbereitet und gekocht. Vier Sattelzüge mit Lebensmitteln kommen am Tag an. Das ist das erste Mal, das in Deutschland so ein „Verpflegungsplatz 10.000“ betrieben wird.

Versorgt werden verschiedenste Gruppierungen: von einzelnen Einheiten von Feuerwehr, dem THW, Bundeswehr, diversen Helfercamps, und teilweise Sonderaufträge der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung BABZ (ehemals AKNZ) oder der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz.

Die medizinische und taktische Vorhut stellte damals ad hoc ein Team aus sechs DRK Helfern (Markus Weber, Thomas Schenk, Karl-Heinz Schmitt, Helmut Schuster, Daniel Etzel, Katja Weidner), zwei Krankentransportwagen (KTW-B) sowie einem Kommandowagen - keine 18 Stunden nach der Katastrophe. Sie waren vorrangig für die Evakuierung der Heime und Kliniken eingesetzt.

Die Kräfte hatten damals das schwerste Los. Die Situation, die Verpflegung, die Unterkunft vor Ort sowie die Dauer des Einsatzes waren unklar. Ebenso typische Dinge, die in der normalen Chaosphase einer solchen Lage einfach untergehen. Einige Helfer waren (exklusive kleinerer Ruhepausen) teilweise 36 Stunden auf den Beinen - schließlich kam der Alarm am Spätnachmittag. Sie kamen glücklicher Weise trotz der widrigen Umstände heil und gesund zurück

Es folgten kurz darauf zwei Helfer des ASB mit ihrem KTW-B (Jochen Hähnle und Sebastian Messing), welche am Nürburgring stationiert wurden.

Im Anschluss wurden Petra Magiera und Jean-Philippe Butzelaar von der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV E/B) des DRK direkt in das Schadensgebiet zur Unterstützung der Bevölkerung entsandt. Sie hatten unter anderen einen der schwersten Jobs: das Zuhören – Trauer und Elend in unbeschreiblicher Masse - was auch beim stärksten Helfer irgendwann an die Substanz geht.

Inzwischen werden im wöchentlichen Turnus zwischen zwei und sieben DRK-Helfer aus Heilbronn für den Versorgungsplatz 10.000 in Grafschaft bzw. das Transport- und Logistikzentrum der Bundeswehr in Koblenz gestellt.

Der DRK Landesverband Baden-Württemberg ist mit seinen DRK Helfern in etwa zu einem Drittel der 200 dort eingesetzten Helfern vertreten. Der Rest kommt aus dem gesamten Bundesgebiet.

Das Aufgabenspektrum reicht vom Kreisauskunftsbüro als Meldekopf (Hartmut und Claudia Schenk sowie Christa und Karl-Heinz Haaf), LKW- und/oder Mannschaftstransportwagen-Fahrer (Dominik Häußler und Pierre Rittberger), Stabs- und/oder Führungs- und Leitungspersonal für die Logistik (Marc Hoffmann, Matthias Berger und René Rossow sowie Kai Uwe Liebisch) sowie Feldköchen (Andreas Carl). Die beiden letzteren befinden sich aktuell noch bis Sonntag im Einsatz.

Einzelne der 21 Heilbronner Helfer haben ihren Einsatz sogar um eine Woche verlängert. Andere werden zu einem weiteren Einsatz aufbrechen.

Neben den vielen Eindrücken, der Dankbarkeit der Bevölkerung und auch unschönen Erlebnissen haben die Helfer für ihre künftige Arbeit im Bevölkerungsschutz jedoch unheimlich viel gelernt.